Samstag, 22. August 2009

Q.E.D.

Liebe Mami, lieber Papi,
heute schreibe ich euch von meinem Urlaub am Meer. Das ist das erste Mal, dass ich alleine ohne euch in den Urlaub fahre, und ich weiß, dass ihr euch schon ein wenig Sorgen um mich macht. Aber ich frage mich natürlich auch, wie es euch geht. Zuerst will ich euch aber beruhigen: Mir geht es gut. Die Betreuer sind alle sehr nett zu uns. Gestern war für einige aus unserer Bande der letzte Abend, also wurde ein Auge zugedrückt und wir durften mal Weinschorle kosten (mir hat das aber nicht so gut geschmeckt) und sogar bis um 11 wach bleiben. Bis dahin gab es auch noch eine Kinderdisko. Da habe ich sogar mit jemand getanzt. Er heißt Ranjid und ist ein ganz Lieber. Wenn ihr das erlaubt, würde ich ihn gern mal wieder besuchen. Allerdings habe ich nicht genau verstanden, wo er wohnt. Er hat erst gesagt Berlin und dann Kreuzberg, deshalb bin ich ein wenig verwirrt. Aber ich sehe ihn dann gleich nochmal beim Abendessen und wir wollen nebeneinander sitzen. Aber davon erstmal genug. Es sind ein paar Neue angereist, die gerade hier vorm Küchenzelt sitzen und schon ganz gespannt auf die Einweisung warten. Einige von denen sind glaube ich ein bisschen blöd, denn die haben Alkohol mit ins Camp gebracht und schon heute Nachmittag um 2 angefangen, zu trinken! Heute Abend gibt es dann wieder Begrüßungsbowle und eine lustige Vorstellungsrunde. Wir haben uns alle schon ganz lustige Sachen überlegt, die wir da sagen werden. Anschließend wollen wir noch in die Disko gehen und nachher am Strand den Sternenhimmel beobachten. Morgen gehen wir dann wieder surfen. Heute haben wir uns nämlich dagegen entscheiden müssen, weil es dazu zu gefährlich war. Zwei von uns sind dann trotzdem an den Strand gegangen, die anderen 3 sind im Camp geblieben und haben sich ausgeruht. Das wars. Grüßt die Omis und Opis von mir und knuddelt Hasso von mir!
Euer Sohn.

Ab jetzt bitte nur noch die weiterlesen, die momentan keines ihrer Kinder, Enkelkinder oder anderweitig Verwandten in einem Surfcamp in Frankreich vermuten.

Bergfest für uns! Gestern Abend stand für mehr als die Hälfte des Camps schon der letzte Abend an, was dazu führte, dass manche sich durchaus hemmungslos die Kante gaben. Dies führte zu einer sehr alkoholinduzierten Partystimmung, was natürlich nicht DIE perfekte Voraussetzung ist, weil das auch immer eine Menge Agressionspotenzial in sich birgt. Zum Glück hatten wir trotz der Tatsache, dass sowohl l'Open als auch Rumors überfüllt waren, keine Probleme und eine Menge Spaß, zumindest bis die einzige "freie" Spanierin anfing, mit einem übelsten Spastie rumzumachen. An dieser Stelle war Schnei wieder herrlich und nahm sich den Kollegen erstmal zur Seite, was bei Manu, Frank und mir zu ordentlich Gelächter führte. Leider war seine Überzeugungskraft gering (aber seien wir mal ehrlich, für SIE hätte ich auch eine Faustschnake riskiert) und Sarah war für den Rest des Abends abgeschrieben. Das und die Tatsache, dass ab einem gewissen Punkt Männerüberschuss herrschte (Sausage Fest Olé), stahl mir ein bisschen die Stimmung und wir sind nicht allzu lange geblieben, obwohl die Musik gar nicht so schlecht war. Auch erstaunlich war für uns, wie rund 15 Liter Bowle, die 3 Liter Wodka, 2 Flaschen Sangria und 2 Flaschen Sekt enthielten, innerhalb von 2 Stunden von 10 zahlenden Personen vernichtet werden konnten. Nach Forecast sollten heute morgen die Wellen noch größer als gestern werden, weshalb Schnei, Manu und Brandi eigentlich um 7 surfen gehen wollten. Dieser Plan scheiterte aber an Restalkohol und Müdigkeit. War aber auch nicht schlimm, denn es wäre wohl auch zu gefährlich geworden, was Schnei und Luki, die tagsüber nochmal an den Strand gegangen sind, uns bestätigt haben.
Man soll ja nicht allzu voreingenommen sein, aber von den Neuankömmlingen sind wir nicht wirklich begeistert. Erstens ist es durchaus abartig, in der prallen Mittagssonne einfach ein Wodka-E-Saufgelage zu starten und außerdem plärrt mir hier beim Schreiben gerade beschissener Deutschrap ins Ohr. Auch die Frauenquote ist leider stark gefallen. Es gibt zwar ein, zwei, aber wir sind einfach viel zu verwöhnt nach den optischen Reizen der letzten Woche. Clara, Sarah, Josi - we love you! Und zu der Frage, welche von euch ich schwängern würde (ja, diese Frage wurde WIRKLICH gestellt) habe ich eine Gegenfrage: Mir egal, wer hat die reichsten Eltern? Genug davon, kommen wir zum Ernst des Lebens, nämlich zum Surfen. Erstmal begrüßen wir Luki und Frank im elitären Kreis der Intermediates! Nach einem einstündigen und sehr interessanten Vortrag von Joe über Surfequipment und -spots sind wir jetzt sowieso alle heiß darauf, unsere ersten 10 Boards zu kaufen. Natürlich nur, wenn sie Second Hand sind, keine Dings (Dellen) auf der Unterseite haben, ein ordentliches Tail haben und der Stringer nicht gebrochen ist. Alles klar?
Ich werde gerade agressiv denn hier wurde gerade darüber beraten, ob man nicht mal Aggro Berlin hören könnte...ich werde diese Woche bestimmt jemand töten müssen. Ein Brett im Nacken, eine Finne durch den Hals - es gibt da viele Wege.
Es könnte übrigens auch passieren, dass wir nicht vollzählig aus dem Urlaub zurückkehren werden, denn ich denke auch ein Kau-Till rastet irgendwann einfach mal aus und wütet um sich. Leider ein schwer zu erklärender Insider, aber Sinnlos im Weltraum schauen hilft.

Flo

PS: Impressionen der Wellengröße folgen


2 Kommentare:

  1. Zusammengefasst in einer konzisen Beurteilung eures Handelns: "Und einmal im Ferienlager...da waren vier süße Typen. Erst musste ich ganz viel aus Glasflaschen trinken und dann spürte ich im weichen Sand auf einmal etwas hartes. Der Junge mit den Locken sagte, ich soll mir keine Sorgen machen und den Klängen der Wellen lauschen...:D

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  2. Wtf? Ähm, Stefan, wenn du das jetzt bist...wieso 4 Jungs? Und wer von uns hat bitte Locken? ;-)
    Schnei

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