Dienstag, 18. August 2009

„Komm wir spielen ein Spiel, wo man Leuten Dreck in den Mund werfen muss.“

Hallo liebe Blogleser! Heute bin ich mal wieder an der Reihe, von unserem Surfurlaub zu berichten. Dies ist gerade ein sehr undankbarer Job, weil ich auf eine Steckdose angewiesen bin und deshalb unter einem von der Sonne bestrahlten Pavillon sitzen muss, während Schnei, Luki und Frank im Schatten chillen können und Manu am Duschen ist.

Gestern Abend sind wir exklusive Manu noch ins l’Open gegangen, wo eine uns aus dem letzten Jahr in Vieux noch bekannte Coverband aufgetreten ist. Die Musik war wirklich gut, aber das Publikum viel zu betrunken und teilweise einfach mal daneben. Sicherlich hat jeder von euch schon mal jemand geschubst, der zu intensiv – in diesem speziellen Fall auch noch oberkörperfrei und extrem schwitzend – in eurer Nähe getanzt hat, aber wir haben es bisher noch nicht erlebt, dass der Geschubste sich umdreht, und dem Schubsenden direkt die Faust auf die Nasenwurzel setzt. Dass beide sich direkt danach wieder in den Armen lagen, macht das Ganze auch nicht wirklich besser. Und wenn 95% der Clubgäste zu "Wonderwall" mit Pogo anfangen...

Heute begannen die Surfkurse wieder sehr früh. Kurz nach 9 konnten wir uns das erste Mal in die Wellen stürzen, die erfreulicherweise wieder ein Stück größer geworden sind. Dem Rat unseres britischen Surfcoaches Joe folgend, haben wir erstmal vom Strand aus ein wenig die Wellen beobachtet, anstatt sofort rauszupaddeln. Dies zahlte sich gleich mehrfach aus, denn Schnei und ich konnten mit Brandi ein ganzes Stück abseits von den anderen die wahrscheinlich besseren Wellen surfen und wurden noch dazu auch nicht von anderen Surfern behindert. Da unsere Fähigkeiten des Ausweichens noch sehr begrenzt sind, vor allem wenn die Wellen nicht sauber brechen, ist es meist zu gefährlich, eine Welle zu nehmen, wenn vor einem noch andere Leute sitzen bzw. paddeln.


Nach der ersten Einheit haben wir uns die Zeit mit Rätseln vertrieben. Eigentlich hätte im Anschluss noch eine Theorieeinheit für alle stattfinden sollen, aber da einige unter uns diese bereits im letzten Jahr erlebt hatten, durften wir nochmal raus. Manu blieb am Strand. Der Arme hat zur Zeit echt mit seinen Füßen zu kämpfen: Auf der Oberseite Sonnenbrand, vorn ein fehlender Nagel, unten Blasen und dazu einen Insektenstich.

Die Wellen waren nochmal etwas größer geworden, aber eine starke Strömung und aufkommender Wind machten das Durchqueren der Weißwasserzone (dem Bereich, in dem die Wellen bereits gebrochen sind) extrem schwierig, sodass wir nach einer guten halben Stunde entkräftet wieder an den Strand zurück gekehrt sind. Nachher ging es direkt ins Camp zurück, wo wir uns erstmal mit den vom Frühstück übrig gebliebenen Baguettes gestärkt und anschließend geduscht haben.


Da es ansonsten bis jetzt nichts wirklich aufregendes gab am heutigen Tag (das ist auch das erste Mal, dass wir Probleme haben, einen Blogtitel aus einem am Tag gefallenen Spruch abzuleiten), werde ich noch auf einige allgemeine Dinge eingehen, die bisher vielleicht etwas zu kurz kamen. Zunächst ist da das Wetter. Im vergangenen Jahr in Vieux Boucau kannten wir bis auf ein, zwei wolkenverhangene Tage eigentlich nur einen tiefblauen Himmel mit mörderisch brennender Sonne. Hier ist es am Morgen immer sehr bewölkt, es hat sogar nachts schon mal ein wenig geregnet. Es zieht dann allerdings immer recht schnell auf und hat bei uns allen schon zu mehr oder minder ausgeprägten Sonnenbränden geführt. Die Campbesatzung von 50 Teilnehmern und etwa 20-25 Teamern und Lehrern plus Freunde ist sehr angenehm. Neben einem sehr hohen Frauenanteil beeindrucken uns auch die Surffähigkeiten der Teilnehmer. Im letzten Jahr haben die Anfängergruppen unserer Meinung nach deutlich langsamer Fortschritte gemacht. Frank und Luki sind wie ich finde im Übrigen auch schon richtig gut geworden, vor allem wenn man bedenkt, dass sie im Gegensatz zu uns im letzten Jahr schwierigere Bedingungen haben.


Das visuelle Highlight des Camps sind drei junge Spanierinnen. Nicht nur, dass sie einfach extrem gut aussehen – keiner weiß genau, ob diese extreme Laszivität, die wirklich JEDE ihrer Aktionen prägt, bewusst ist oder einfach instinktiv passiert, aber es ist wirklich beeindruckend und kaum zu beschreiben.

Das Campessen ist richtig gut. Gestern gab es Spaghetti Bolognese und ich denke mal auch heute werden unsere Köchinnen Laura und Laura uns wieder mit etwas wirklich Leckerem überraschen. Wir werden jetzt gleich bloggen gehen und den heutigen sowie den gestrigen Artikel einstellen. Gestern hatten wir dazu leider keine Zeit. Bei dieser Gelegenheit holen wir auch gleich noch Postkarten und Geld für den morgigen Trip nach San Sebastian. Da wir sicherlich erst in den frühen Morgenstunden zurückkommen werden, kommt der nächste Artikel dann auch erst am Donnerstag.

Flo

(Haben doch einen Titel gefunden, danke FRANK!)

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